Die richtige Matratze wählen – Der Matratzen Ratgeber

Selbst wenn Sie sich für ein Massivholzbett entschieden haben, ist das nur ein Aspekt des guten, gesunden und erholsamen Schlafs. Neben dem richtigen Bett ist die individuell passende Matratze das A und O für beschwerdefreies Liegen und eine angenehmer Nachtruhe. Es ist klar: Wer richtig liegt, schläft besser. Aber wie findet man eine passende Matratze bei der erschlagenden Vielfalt von Modellen und Begriffen? Federkern, Schaumstoff, Latex oder Kaltschaum? Und welcher Härtegrad ist überhaupt richtig?

Das Problem ist, dass man nicht so ohne weiteres immer merkt, was gut für den eigenen Körper ist, dann meist weiß man gar nicht, worauf es beim Liegen überhaupt ankommt. Auch darf nicht vergessen werden, dass Matratze, Kissen und Lattenrost oder nicht eigentlich ein System bildet, dass zusammenpassen muss.

Der Mensch als Ausgangspunkt für die optimale Matratze

Zunächst sollte jeder Matratzenkunde ein paar persönliche Daten zusammentragen. Das hilft bei der Beurteilung des Matratzenangebots einerseits, vor allem aber führt es dazu, dass Sie sich über sich selbst und Ihr Schlafverhalten einmal Gedanken machen. Tragen also persönliche Daten wie Ihr Alter, Ihr Körpergewicht, die Größe und Ihre Figur zusammen. Dann überlegen Sie, welche Allergien und Unverträglichkeiten Sie haben, welche Beschwerden wie etwa Bandscheibenprobleme. Dann machen Sie sich Gedanken über Ihr Liegeverhalten. Sind Sie Seitenschläfer oder schlafen Sie überwiegend auf dem Rücken oder dem Bauch? Haben Sie irgendwelche Fehlhaltungen durch Ihre Beschwerden entwickelt? Das ist auch beim Schlafverhalten möglich.

Die Matratzenhärte

Das haben Sie wahrscheinlich schon gehört: Schwere Menschen brauchen harte Matratzen, leichte Menschen brauchen weiche Matratzen. Das ist prinzipiell zwar nicht falsch, ist aber nur ein Anhaltspunkt, weil relativ, denn die Eigenschaften der Härtegrade sind einerseits nicht standardisiert und variieren daher, dazu sind die Empfindungen abhängig vom Körpergewicht bei der Härte relativ. Schwere Menschen empfinden Matratzen generell weicher als leichtere Menschen.

Dazu spielt das Alter eine Rolle: Ältere Menschen wählen generell weichere Matratzen als jüngere Menschen. Die Härtegrade werden unterschieden in H1 / H2 / H3 und manchmal H4.
H1 bedeutet dabei „weich“, H2 „mittel“ , H3 „hart“ und H4 extrem hart. Geeignet sind Matratzen der Härte H1 für Personen mit bis zu 60 kg Körpergewicht, H2 für Menschen mit bis zu 80 kg Gewicht, H3 für Schläfer mit über 80 bis 110 kg, H4 trägt bis zu 200 kg. Das ist zwar immer noch etwas pauschal, aber immerhin schon ein guter Anhaltspunkt. Denken Sie aber immer daran, dass diese Härtegrade von Hersteller zu Hersteller variieren.

Matratzen für unterschiedliche Schlafpostitionen

Unterschiedliche Schlafpositionen stellen verschiedene Anforderungen an eine Matratze. Daher gibt es Matratzen, die für die jeweilige Schlafpositionen besonders gut geeignet sind.

Rückenlage

Wenn Sie auf dem Rücken liegen, sollte die Matratze die Form der Wirbelsäule nachahmen, die ein Doppel-S ist. In dieser Liegeposition braucht es keine so hohe Punktelastizität, wie beispielsweise bei der Seitenlage. Hier muss aber auch die Wirbelsäule von unten gut gestützt werden, damit der Schläfer tatsächlich entspannt liegt. Rückenschläfer ändern ihre Position in der Nacht fast nie. Sie brauchen Matratzen mit einem variablem Härtegrad und einer punktelastischen Oberfläche, die nicht zu fest ist. Die stützt die Lendenwirbelzone ideal und sorgt dafür, dass das Becken nicht durchhängt.

Seitenlage

Bei der Seitenlage ist es wesentlich schwieriger, denn diese Lage ist für eine Matratze die schwierigste der Schlafpositionen. Die Hüfte sinkt vor allem bei Frauen tief ein, die Taille muss von unten kräftig gestützt werden. Daher muss die Matratze für Seitenschläfer besonders flexibel und elastisch sein.

Bauchlage

Hier darf die Matratze im Lendenwirbelbereich keinesfalls zu weich sein, sonst gerät der Bauchschläfer in eine Hohlkreuzlage. Die Punktelastizität muss daher nicht so groß sein, wie bei Seitenschläfern. Bauchschläfer liegen meist sehr flach und bevorzugen eine eher feste Matratze. Viele Bauchschläfer aber liegen längere Schlafphasen lang halb auf der Seite, in einer Position, die der aus der Ersten Hilfe bekannten stabilen Seitenlage nicht unähnlich ist. Generell wechseln viele Bauchschläfer oft ihre Lage.

Verschiedene Materialien für Matratzen

Matratzen werden in verschiedenen Materialien hergestellt. Wir stellen Ihnen hier die wichtigsten vor:

Federkernmatratzen

Federkernmatratzen sind seit Jahrzehnten bewährt. Mit ihrer hohen Luftdurchlässigkeit und dem hohen Feuchtigkeitstransport sorgen sie für ein trockenes Schlafklima und sind ideal für Menschen, die im Schlaf schwitzen. Allerdings können sie sich nicht punktgenau auf den Körper des Schläfers einstellen, da sie nicht sehr biegsam sind.

Taschenfederkernmatratzen

Im Gegensatz zu Federkernmatratzen haben die Taschenfederkerne zahlreiche Federn, die alle einzeln in Taschen eingenäht sind. Sie federn unabhängig voneinander. Dadurch haben sie eine besserer Anpassungsfähigkeit an den Körper bei gleicher Luftdurchlässigkeit und bieten gesteigerten Liegekomfort.

Kaltschaummatratzen

Für noch höheren und dazu dauerhafteren Schlafkomfort sorgen die Kaltschaummatratzen, denn sie sind sehr formstabil. Die Körperbewegungen werden besser gedämpft als bei Federkernmatratzen, diese Matratzen unterstützen nach dem Umdrehen sofort die aktuelle Liegeposition, da sie nicht nachfedern. Die offenporigen Kaltschaumkerne bringen eine gute Klimaregulierung mit sich, und sind sehr biegsam.

Latexmatratzen

Latex , der Saft des Gummibaumes, wird zu Matratzenkernen in Form gegossen. Die Liegeeigenschaften sind ähnlich wie bei Kaltschaummatratzen und mit hoher punktueller Anpassungsfähigkeit versehen. Dazu kommen die schwingungsdämmenden Eigenschaften. Allerdings ist Latex nicht so atmungsaktiv wie Kaltschaum, weshalb aufwändige Lüftungskanäle eingearbeitet sind. Auch Latexmatratzen sind sehr biegsam.

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